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Förderung zur Kompensation der Auswirkungen einer dauerhaften und weitgehenden Wiedervernässung (Palu) Modul 3 (AKN)
Besitzen oder bewirtschaften Sie Moorböden? Wenn Sie diese dauerhaft wiedervernässen, können Sie finanzielle Kompensationen erhalten. Das Programm unterstützt Sie dabei, Klimaschutz und Landwirtschaft zu vereinen.
Quellendatum: 26.06.2026 Importdatum: 20.10.2026 Fachlich geprüft: –
Kurzzusammenfassung
Sie besitzen oder bewirtschaften landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Moorböden oder möchten diese dauerhaft und weitgehend wiedervernässen? Dann können Sie eine finanzielle Förderung vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erhalten. Die Förderung gleicht finanzielle Nachteile aus, die durch die Wiedervernässung entstehen.
Die Kompensation gliedert sich in 2 Fördermodule auf:
Fördermodul 3.A Ausgleich für den Wertverlust der Flächen:
- Dieser Teil richtet sich an Sie als Flächeneigentümerin oder Flächeneigentümer.
- Die Förderung gleicht den Wertverlust Ihrer landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen aus, der durch Ihre Verpflichtung zur dauerhaften Anhebung der Wasserstände entsteht.
- Bei der Vernässungsstufe 1 (Wasserstand maximal 10 Zentimeter unter Flur) erhalten Sie 90 % des Bodenrichtwerts, bei der Vernässungsstufe 2 (Wasserstand maximal 20 Zentimeter unter Flur) erhalten Sie 80 % des Bodenrichtwerts als Kompensation.
- Für forstwirtschaftliche Flächen erfolgt die Berechnung über ein separates Gutachten.
Fördermodul 3.B Ausgleich für Ertragsverluste:
- Dieser Teil richtet sich an Sie als Bewirtschafterin oder Bewirtschafter.
- Die Förderung kompensiert entgangene Deckungsbeiträge auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, zum Beispiel durch die Umstellung auf Paludikulturen oder die vollständige Nutzungsaufgabe.
- Grundlage ist der durchschnittliche Standarddeckungsbeitrag der letzten 5 Wirtschaftsjahre vor Antragstellung.
- Bei der Vernässungsstufe 1 werden 100 %, bei der Vernässungsstufe 2 werden 90 % dieses Werts kompensiert. Die Auszahlung erfolgt jährlich für bis zu 7 Jahre.
Sie erhalten die finanzielle Unterstützung als nicht rückzahlbaren Zuschuss im Wege einer Festbetragsfinanzierung. Die genaue Höhe der Kompensation wird auf Basis standardisierter Werte über einen bereitgestellten Kompensationsrechner der Bewilligungsstelle oder durch ein Gutachten ermittelt. Wenn Sie Ihren Antrag innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie (bis zum 16.04.2027) stellen, erhöht sich Ihr Festbetrag um einen Geschwindigkeitsbonus von 20 %.
Beispiele
Beispiele zur Veranschaulichung von Ulrich Reuther, aus dem Programmtext erstellt und nicht von der Förderstelle. Ob Ihr Vorhaben passt, entscheidet die Bewilligungsstelle. Stand: 27.09.2026.
Wer bekommt die Förderung – und wer nicht
Antragsberechtigt laut Klassifikation der Quelle: Kommune, Öffentliche Einrichtung, Privatperson, Unternehmen und Verband / Vereinigung. (Klassifikation)
- Unternehmensgröße: alle Größenklassen laut Quelle.
- Branche: von der Quelle nicht eingegrenzt.
- Fördergebiet: bundesweit.
Rechenbeispiel
Kein Rechenbeispiel möglich – die Quelle nennt keine Quote.
Beispielszenarien
Landwirt lässt Moorfläche wiedervernässen
Ein Landwirt in Norddeutschland ist Eigentümer landwirtschaftlich genutzter Moorböden und plant die dauerhafte Anhebung der Wasserstände auf Vernässungsstufe 1. Er weist die hydrologischen und technischen Voraussetzungen nach und beantragt im Rahmen von Fördermodul 3.A eine Kompensation für den Wertverlust der Fläche in Höhe von bis zu 90 % des Bodenrichtwerts. Über die genaue Höhe entscheidet die Bewilligungsstelle auf Basis des Kompensationsrechners.
Bewirtschafterin stellt auf Paludikultur um
Eine Bewirtschafterin einer landwirtschaftlichen Moorfläche weist nach, dass sie die Fläche in den letzten fünf Jahren durchgehend genutzt hat, und stellt im Zuge der Wiedervernässung auf Paludikultur um. Für die entgangenen Deckungsbeiträge beantragt sie eine Kompensation im Rahmen von Fördermodul 3.B, die sich bei Vernässungsstufe 2 auf bis zu 90 % des durchschnittlichen Standarddeckungsbeitrags beläuft, ausgezahlt jährlich für bis zu 7 Jahre. Stellt sie den Antrag innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie, kann sich der Festbetrag um einen Geschwindigkeitsbonus von bis zu 20 % erhöhen.
Waldbesitzer lässt Wertverlust begutachten
Ein Waldbesitzer besitzt forstwirtschaftliche Moorböden und plant deren dauerhafte Wiedervernässung. Da für forstwirtschaftliche Flächen die Berechnung über ein separates Gutachten erfolgt, beantragt er im Rahmen von Fördermodul 3.A eine Kompensation für den Wertverlust seiner Flächen. Eine Förderung nach Fördermodul 3.B kommt für ihn nicht infrage, da seine Flächen forstwirtschaftlich genutzt werden.
Erstellt ausschließlich aus dem Programmtext dieser Seite. Zahlen stammen aus dem Programmtext; Beträge und Sätze gelten „bis zu“.
Rechtliche Voraussetzungen
Unter folgenden Voraussetzungen können Sie eine Förderung beantragen:
- Sie sind Eigentümerin beziehungsweise Eigentümer der Moorböden (für den Ausgleich von Wertverlusten).
- Sie sind Bewirtschafterin oder Bewirtschafter der Moorböden (für den Ausgleich von Ertragsverlusten).
- Das Vorhaben wird in Deutschland durchgeführt.
- Die betroffene Moorbodenfläche ist pro Flurstück mindestens 50 Quadratmeter groß.
- Für Modul 3.B (Ertragsverlust): Sie weisen nach, dass Sie die Flächen in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung durchgehend landwirtschaftlich genutzt haben.
- Sie weisen die hydrologischen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen für eine geplante dauerhafte Wiedervernässung nach und belegen das mögliche Ziel (Vernässungsstufe 1 oder 2) durch ein hydrologisches Gutachten.
- Sie haben ein Monitoringsystem für die Überwachung der Wasserstände eingerichtet.
Ausschlussgründe:
- Sie haben mit der Maßnahme zur Anhebung der Wasserstände bereits vor der Antragstellung beziehungsweise Bewilligung begonnen.
- Die Flächen sind zum Zeitpunkt Ihrer Antragstellung bereits optimal wiedervernässt (Wasserstände gemäß Vernässungsstufe 1).
- Sie kombinieren die Maßnahme mit anderen öffentlichen Zuschüssen für denselben Zweck (Doppelförderung).
- Sie vernässen die Flächen mit dem Ziel, Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu errichten und zu betreiben.
- Die Flächen stehen lediglich in einem hydrologischen oder räumlichen Zusammenhang zum Moor, werden aber selbst gar nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt (reine Begleitflächen).
- Für Fördermodul 3.A: Die betroffenen Flächen befinden sich im Landeseigentum, wurden mit öffentlichen Fördermitteln erworben oder es wurden dafür bereits Nutzungsrechte aus dem Fördermodul 2 gekauft.
- Für Fördermodul 3.B: Die Flächen werden zum Zeitpunkt der Antragstellung forstwirtschaftlich genutzt (hierfür greift ausschließlich das Fördermodul 3.A).
- Ihr Unternehmen erfüllt die rechtlichen EU-Normen nicht und Sie müssten die Produktion auf den Flächen ohnehin einstellen.
- Über Ihr Vermögen wurde ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet.
- Ihr Unternehmen ist ein Unternehmen in Schwierigkeiten (nach EU-Beihilferecht).
- Bei Ihnen wurde ein Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften in der Betriebsführung rechtskräftig festgestellt.
- Sie sind einer Rückforderungsanordnung nach einer früheren EU-Kommissionsentscheidung nicht nachgekommen.
Ablauf
Sie können die Förderung in einem zweistufigen Verfahren beantragen.
1. Stufe: Interessenbekundung
- Sie reichen eine Interessenbekundung elektronisch über das Online-Portal der Landwirtschaftlichen Rentenbank (siehe weiterführende Links) ein.
- Hierfür durchlaufen Sie ein vorgegebenes Identifizierungsverfahren und Legitimierungsverfahren.
2. Stufe: Förmlicher Zuschussantrag
- Wenn Ihre Interessenbekundung ausgewählt wird, erhalten Sie eine Einladung zur Antragstellung.
- Sie ermitteln Ihre exakte Kompensationshöhe über den bereitgestellten Kompensationsrechner oder lassen ein Gutachten erstellen.
- Sie stellen den förmlichen Zuschussantrag innerhalb eines festgelegten Zeitraums über das Online-Portal der Landwirtschaftlichen Rentenbank (siehe weiterführende Links).
- Nach der Prüfung Ihres Antrags erhalten Sie einen Bescheid.
Nach der Bewilligung:
- Ein klassischer Verwendungsnachweis entfällt bei dieser Förderung.
- Stattdessen erbringen Sie spätestens 2 Jahre nach Vorhabenbeginn den erstmaligen Nachweis der Zielwasserstände.
- Danach erfolgt die Auszahlung der Mittel (als Einmalzahlung für den Wertverlust oder als jährliche Zahlung für den Ertragsverlust).
- Sie übermitteln anschließend halbjährlich die Daten Ihrer Pegelmessungen.
Hinweise zum Verfahren
Für die Einreichung der Interessenbekundung für diese Kompensationsleistungen gilt ein festgelegter Zeitraum für ein offenes Auswahlverfahren vom 28.09.2026 bis zum 31.12.2026. Wenn Sie nach erfolgreicher Bewertung zur zweiten Stufe zugelassen werden, teilt Ihnen die Bewilligungsstelle in der Einladung eine individuelle Frist für Ihren förmlichen Zuschussantrag mit. Bitte beachten Sie zwingend, dass Sie den Antrag vor der geplanten Anhebung der Wasserstände stellen müssen.
Wenn Sie Ihren Antrag innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie (bis zum 16.04.2027) stellen, erhöht sich Ihr Festbetrag um einen Geschwindigkeitsbonus von 20 %.
Unterlagen
Erforderliche Unterlagen
Für die 1. Stufe:
- Interessenbekundung
Für die 2. Stufe (Zuschussantrag):
- Zuschussantrag
- Nachweis über Eigentum (zum Beispiel Grundbuchauszug) oder Nutzungsrechte (zum Beispiel Pachtvertrag)
- Nachweis der Wasserstände zum Zeitpunkt der Antragstellung
- Eindeutige Zuordnung der Flächen durch ein hydrologisches Gutachten
- Ergebnis des Kompensationsrechners oder alternativ ein zur Berechnung dienendes Gutachten
Für den Abruf der Mittel und nach Abschluss:
- Erstmaliger Nachweis der Wasserstände (spätestens 2 Jahre nach Beginn)
- Danach: Halbjährliche Übermittlung der Pegelmessstände
Rechtsgrundlage
Förderrichtlinie „Maßnahmen zur dauerhaften und weitgehenden Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden und zur Unterstützung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung wiedervernässter Moorbodenflächen“ (Förderrichtlinie Palu)
vom: 16.04.2026
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
BAnz AT 03.06.2026 B8
Schlagwörter: Moorwiedervernässung; Kompensation Ertragsverlust; Wertverlust Moorboden; Paludikultur; Natürlicher Klimaschutz; Moorbodenschutz
Quelle: Förderdatenbank des Bundes (BMWE), Lizenz CC BY 4.0, bearbeitet (Auszug/Struktur); Original: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BMU/palu-modul3-kompensation-wiedervernaessung.html. Änderungen gegenüber dem Original: Auswahl und Anordnung der Felder, Reduktion des HTML, Auflösung interner Verweise, Zeichenkorrektur bei Gedankenstrichen. Keine inhaltliche Umformulierung.
Angaben ohne Gewähr. Höhe und Bewilligung richten sich nach Richtlinie, Haushaltsmitteln und der Entscheidung der Bewilligungsstelle; Beträge und Sätze gelten „bis zu“. Dieses Portal steht in keiner Verbindung zum Fördergeber.
Förderhöhe laut Text
Förderhöhe: keine Angabe im Text.
Aus dem Programmtext gelesen; maßgeblich ist die Richtlinie. Beträge und Quoten gelten „bis zu“.
Steckbrief laut Quelle
- Fördergeber
- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
- Ebene
- Bund (BMU)
- Förderart
- Zuschuss
- Fördergebiet
- bundesweit
- Förderberechtigte
- Kommune; Öffentliche Einrichtung; Privatperson; Unternehmen; Verband / Vereinigung
- Förderbereich
- Landwirtschaft und ländliche Entwicklung; Umwelt- und Naturschutz
- Unternehmensgröße
- Großunternehmen (ab 250 Beschäftigte); Kleines Unternehmen (unter 50 Beschäftigte); Kleinstunternehmen (unter 10 Beschäftigte); Mittleres Unternehmen (unter 250 Beschäftigte)
- GRW-Fördergebiet
- keine GRW-Bindung
Ohne Angabe im Steckbrief = von der Quelle nicht klassifiziert (im Check „ungeprüft“). Fristen, Budget und Antragsstatus liefert die Quelle nicht.
Ansprechstellen
Landwirtschaftliche Rentenbank (LR)
Theodor-Heuss-Allee 80
60486 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 2107-700
Fax +49 69 2107-6459
office@rentenbank.de
www.rentenbank.de/kontakt/
Weiterführende Links
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