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Förderung von Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

Wenn Sie Maßnahmen durchführen, die das Demokratieverständnis stärken und für mehr Toleranz und Weltoffenheit sorgen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss erhalten.

Quellendatum: – Importdatum: 20.10.2026 Fachlich geprüft: –

Förderhöhe: bis zu 90 % (Zuschuss) laut Quelle, geprüft

Kurzzusammenfassung

Der Freistaat Thüringen unterstützt Sie, wenn Sie mit Ihrem Vorhaben demokratische Strukturen stärken möchten.

Sie erhalten eine Förderung für

  • lokale Partnerschaften für Demokratie in Landkreisen und kreisfreien Städten, die die Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor Ort stärken sollen, einschließlich einer externen Koordinierungsstelle zur inhaltlichen Unterstützung,
  • die Kofinanzierung von durch Bundesprogramme geförderte Maßnahmen,
  • weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit,
  • Projekte aus einem Interventionsfonds zur schnellen Reaktion auf aktuelle Entwicklungen und besondere Herausforderungen.

Sie erhalten die Förderung als Zuschuss.

Die Höhe des Zuschusses beträgt

  • für lokale Partnerschaften für Demokratie bis zu 30 Prozent der als zuwendungsfähig anerkannten Ausgaben bis maximal EUR 50.000 pro Landkreis oder kreisfreier Stadt (bei einer externen Koordinierungsstelle erhalten Sie Zuschüsse zu Personal- und Sachausgaben),
  • für Projekte und Maßnahmen, die der Umsetzung der Ziele des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit dienen, normalerweise bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und
  • für Projekte aus einem Interventionsfonds zur schnellen Reaktion auf aktuelle Entwicklungen bis zu EUR 1.000 je Projekt.

Bei einer externen Koordinierungsstelle erhalten Sie Zuschüsse zu Personal- und Sachausgaben.

Die Bagatellgrenze liegt bei EUR 500,00.

  • Richten Sie Ihren Antrag bitte für lokale Partnerschaften für Demokratie und die Kofinanzierung von durch Bundesprogramme geförderten Maßnahmen an die Ansprechpartner des „Bundesprogramms Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ sowie „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Es gelten die Antragsfristen des Bundes.
  • Für weitere Maßnahmen reichen Sie Ihren Antrag bis spätestens 1.10. des laufenden Jahres für das Folgejahr und bis zum 1.5. des laufenden Jahres für die 2. Jahreshälfte beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ein.
  • Für Projekte aus dem Interventionsfonds zur schnellen Reaktion auf aktuelle Entwicklungen reichen Sie Ihren Antrag bis 4 Wochen vor Projektbeginn beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ein.

Beispiele

Beispiele zur Veranschaulichung von Ulrich Reuther, aus dem Programmtext erstellt und nicht von der Förderstelle. Ob Ihr Vorhaben passt, entscheidet die Bewilligungsstelle. Stand: 27.09.2026.

Konkreter Anwendungsfall

Verein in Erfurt stärkt mit Projekt Demokratie und Toleranz

Antragsteller: Ein gemeinnütziger Verein aus Erfurt stellt den Antrag.

Ausgangslage: Der Verein beobachtet in seinem Umfeld wachsende Vorbehalte gegenüber Zugewanderten und möchte das Miteinander vor Ort stärken.

Vorhaben: Der Verein führt ein Projekt mit Gesprächsrunden und Workshops durch, das die Ziele des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit umsetzt. Die Teilnehmenden kommen mehrheitlich aus der Thüringer Bevölkerung.

Förderung: Gefördert werden Projekte zur Umsetzung der Ziele des Landesprogramms mit einem Zuschuss von normalerweise bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Bei angenommenen förderfähigen Ausgaben von 20.000 Euro wären das bis zu 18.000 Euro. Lokale Partnerschaften für Demokratie erhalten dagegen nur bis zu 30 %.

Eigenanteil: In diesem Beispiel trägt der Verein 2.000 Euro selbst. Die Gesamtfinanzierung des Projekts muss er sicherstellen.

Was ein Betrieb davon hat: Ein Betrieb aus der Region kann als Kooperationspartner Räume oder Kontakte einbringen und von einem offeneren Klima für Beschäftigte mit Zuwanderungsgeschichte profitieren.

Weg zum Antrag:

  1. Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den begleitenden Beratungsinstitutionen des Landesprogramms klären
  2. Antrag fristgerecht zu den im Programmtext genannten Stichtagen beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport einreichen
  3. Bescheid abwarten – das Ministerium entscheidet

Erstellt aus dem Programmtext und der geprüften Förderhöhe; Zahlen aus dem Programmtext bzw. Beispielrechnung; keine Zusage – es entscheidet die Bewilligungsstelle; in einem zweiten Durchgang gegengelesen. Stand: 28.09.2026.

Wer bekommt die Förderung – und wer nicht

Antragsberechtigt sind gemeinnützige juristische Personen des öffentlichen und des privaten Rechts sowie Personengesellschaften. (Satz aus dem Programmtext)

Für einen einzelnen Betrieb ist dieses Programm in der Regel nicht direkt beantragbar; Betriebe können als Teilnehmende/Partner profitieren.

  • Unternehmensgröße: von der Quelle nicht eingegrenzt.
  • Branche: von der Quelle nicht eingegrenzt.
  • Fördergebiet: Thüringen.

Rechenbeispiel

Eine Beispielrechnung mit den Beträgen aus dem Programmtext steht im konkreten Anwendungsfall oben. Zum Anwendungsfall

Beispielszenarien

Landkreis richtet lokale Partnerschaft für Demokratie ein

Ein Landkreis in Thüringen beantragt eine Förderung für eine lokale Partnerschaft für Demokratie, die Vielfalt und Toleranz vor Ort stärken soll. Gefördert werden bis zu 30 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens 50.000 Euro pro Landkreis, dazu zählen auch Zuschüsse zu Personal- und Sachausgaben einer externen Koordinierungsstelle. Der Begleitausschuss der Partnerschaft setzt sich mehrheitlich aus zivilgesellschaftlichen Handlungsträgern zusammen.

Verein setzt Landesprogramm-Projekt zu Weltoffenheit um

Ein Verein in einer kreisfreien Stadt beantragt beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport eine Förderung für ein Projekt zur Umsetzung der Ziele des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Die Förderung beträgt normalerweise bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Der Antrag wird bis zum 1.10. des laufenden Jahres für das Folgejahr eingereicht.

Schnelle Reaktion über den Interventionsfonds

Eine öffentliche Einrichtung in Thüringen reagiert mit einem kurzfristigen Projekt auf aktuelle Entwicklungen und beantragt Mittel aus dem Interventionsfonds. Die Förderung beträgt bis zu 1.000 Euro je Projekt. Der Antrag wird bis 4 Wochen vor Projektbeginn beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gestellt.

Erstellt ausschließlich aus dem Programmtext dieser Seite. Zahlen stammen aus dem Programmtext; Beträge und Sätze gelten „bis zu“.

Rechtliche Voraussetzungen

Antragsberechtigt sind gemeinnützige juristische Personen des öffentlichen und des privaten Rechts sowie Personengesellschaften.

Die Förderung ist an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Sie führen Ihr Projekt auf der Grundlage des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit im Freistaat Thüringen mit einer mehrheitlichen Teilnahme der Thüringer Bevölkerung durch.
  • Sie sind zur Zusammenarbeit mit den Institutionen bereit, die durch das Landesfamilienministerium mit der Begleitung und Beratung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit beauftragt sind.
  • Ihre lokale Partnerschaft für Demokratie in Ihrem Landkreis oder Ihrer kreisfreien Stadt wird von einem Begleitausschuss entwickelt und umgesetzt, der sich mehrheitlich aus lokalen Handlungstragenden aus der Zivilgesellschaft zusammensetzt.
  • Sie gewährleisten die ordnungsgemäße Durchführung und Abrechnung der Maßnahme.
  • Sie stellen die Gesamtfinanzierung des Projektes sicher.

Antragsverfahren

Richtlinie des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport vom 13. Dezember 2023, Thüringer Staatsanzeiger Nr. 3 vom 16. Januar 2023, S. 139.

Rechtsgrundlage

Richtlinie „Förderung von Maßnahmen zur Umsetzung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“

[Vom 13. Dezember 2022]

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Zweck der Förderung ist die Unterstützung von Projekten und Maßnahmen zur Umsetzung der im Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit benannten Ziele entsprechend der dort dargelegten Herangehensweise.

1.2 Zu diesem Zweck gewährt das Land nach Maßgabe dieser Richtlinie, der §§ 23 und 44 der Thüringer Landeshaushaltsordnung (ThürLHO) und den dazu erlassenen Verwaltungsvorschriften (VV) Zuwendungen sowie der §§ 23 und 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) und den dazu erlassenen Verwaltungsvorschriften (VV) Zuwendungen.

1.3 Die Fördermaßnahmen werden durch den Zuwendungsgeber einer Zielerreichungskontrolle (Controlling) gemäß den Verwaltungsvorschriften zu § 23 ThürLHO unterzogen. Zur Umsetzung der VV zu § 23 ThürLHO sollen nachfolgende Ziele im Zusammenhang mit der Umsetzung der Förderung im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit erreicht werden:

  • Menschenrechtsorientierte Einstellungen fördern und demokratische Kompetenzen stärken? Demokratische Erfahrungsräume ermöglichen und eine beteiligungsorientierte Alltagskultur entwickeln
  • Gesellschaftliche und soziale Inklusionsprozesse gestalten und Antidiskriminierungsarbeit stärken
  • Diversität unterstützen, Interkulturalität und Internationalität entwickeln
  • Zivilgesellschaftliches Engagement anregen und unterstützen
  • Lokale Aktivitäten unterstützen und im Sozialraum vernetzt wirken
  • Beratungs- und Unterstützungssysteme bedarfsgerecht bereitstellen
  • Partnerschaft von Staat und Zivilgesellschaft ausgestalten
  • Qualität durch Qualifizierungsangebote, Begleitforschung und Programmevaluation sichern

Zur Erreichung dieser Ziele sind folgende Indikatoren zu erfassen:

  • die Anzahl der Beratungsfälle im Rahmen der geförderten Projekte und Angebote in den Gebietskörperschaften unter der Voraussetzung einer bedarfsgerechten flächenmäßigen Gleichverteilung, jeweils mit Vergleich zum Vorjahr,
  • bedarfsgerechte Verteilung der Projekte und Maßnahmen hinsichtlich der Ziele,
  • die Steigerung/Erhalt der Pluralität der Träger im Programm,
  • der Erhalt und die verstärkte Unterstützung der vorhandenen Netzwerke und der daran beteiligten staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure,
  • die Anzahl der Qualifizierungsangebote in den Gebietskörperschaften und über die Zielgruppen, jeweils mit Vergleich zum Vorjahr.

1.4 Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Über die Förderung wird nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel entschieden.

2 Gegenstand der Förderung

Gefördert werden können:

2.1 die Entwicklung und Umsetzung Lokaler Partnerschaften für Demokratie in Landkreisen und kreisfreien Städten (Gebietsstand 01.01.2020), die die Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor Ort stärken sollen, einschließlich einer externen Koordinierungsstelle zur inhaltlichen Unterstützung,

2.2 die Kofinanzierung von Maßnahmen, Projekten und Strukturen, die durch Bundesprogramme bezuschusst werden,

2.3 weitere Maßnahmen, Projekte und Strukturen, die der Umsetzung der Ziele des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit dienen,

2.4 Projekte aus einem Interventionsfonds, um auf aktuelle Entwicklungen und besondere Herausforderungen schnell reagieren zu können.

3 Zuwendungsempfänger

Zuwendungsempfänger können bezogen auf die bei Nummer 2 genannten Maßnahmen und Projekte gemeinnützige juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts sowie Personengesellschaften sein.

4 Zuwendungsvoraussetzungen

4.1 Förderfähig sind Projekte und Maßnahmen, die auf der Grundlage des Leitbildes des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit im Freistaat Thüringen durchgeführt und an denen mehrheitlich die Bevölkerung Thüringens teilnehmen werden.

4.2 Eine Förderung nach dieser Richtlinie kann durch Förderprogramme des Bundes oder der Europäischen Union (EU) ergänzt werden. Bestehen für Projekte auch Fördermöglichkeiten durch Bundes- oder EU-Programme oder andere Fördermöglichkeiten des Freistaats Thüringen oder der Kommunen, erfolgt die Förderung nach dieser Richtlinie grundsätzlich nachrangig.

4.3 Es können nur Projekte oder Maßnahmen gefördert werden, wenn die Zuwendungsempfänger ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit denjenigen Institutionen erklären, die durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport mit der Evaluation, der Begleitung und Beratung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit beauftragt sind.

4.4 Die Förderung der unter Nr. 2.1 genannten Entwicklung und Umsetzung Lokaler Partnerschaften für Demokratie in Landkreisen und kreisfreien Städten erfolgt mit der Maßgabe, dass die Lokalen Partnerschaften für Demokratie von einem Begleitausschuss, der sich mehrheitlich aus lokalen Handlungsträgern aus zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammensetzt, entwickelt und umgesetzt werden müssen.

4.5 Der Zuwendungsempfänger bietet Gewähr für die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahme sowie für die Abrechnung der Maßnahme.

4.6 Eine Zuwendung kann nur gewährt werden, wenn die Gesamtfinanzierung des Projekts sichergestellt ist.

5 Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

5.1 Lokale Partnerschaften für Demokratie nach Nr. 2.1 können als Projektförderung im Wege der Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss mit höchstens bis 30% der als zuwendungsfähig anerkannten Ausgaben, jedoch max. bis 50.000 EUR pro Landkreis oder kreisfreier Stadt gefördert werden.

5.1.1 Bei den externen Koordinierungsstellen können Personal- und Sachausgaben als Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gefördert werden.

5.1.2 Personalausgaben sind nur dann förderfähig, wenn die Fachkräfte sich für die Aufgabe persönlich eignen und über eine entsprechende fachliche Ausbildung (sozial- bzw. geisteswissenschaftlicher Fachhochschulabschluss oder höher) verfügen. Für das einzustellende Fachpersonal muss bereits bei Antragstellung die Tätigkeitsbeschreibung vorgelegt werden.

5.1.3 Hinsichtlich der Vergütung ist das Besserstellungsverbot auch bei ggf. abweichenden tarifvertraglichen Regelungen der Zuwendungsempfänger zu beachten.

5.1.4 Die zu übertragenden Aufgaben dürfen dabei die Anforderungen für die Eingruppierung in die Entgeltgruppe E 9 entsprechend der Entgeltordnung zum TV-L nicht unterschreiten. Eine geringere Vergütung der Fachkräfte als in vergleichbarer Höhe der Entgeltgruppe E 9 entsprechend der Entgeltordnung zum TV-L ist nicht förderfähig.

5.2 Projekte und Maßnahmen nach 2.2 werden als Projektförderung im Wege der Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Abweichend von Nr. 1.2 dieser Richtlinie werden Zuwendungen für Projekte und Maßnahmen nach 2.2 nach Maßgabe der §§ 23 und 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) und den dazu erlassenen Verwaltungsvorschriften (VV) gewährt.

5.3 Projekte und Maßnahmen nach 2.3 werden als Projektförderung im Wege der Anteilfinanzierung mit max. bis zu 90 v.H. der anerkannten zuwendungsfähigen Ausgaben als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. In Einzelfällen mit besonderem Landesinteresse kann ein höherer Förderanteil gem. VV zu § 44 ThürLHO in Betracht kommen. Zur Stärkung der Trägervielfalt im Landesprogramm sind pro Träger maximal zwei Förderungen nach 2.3 in einem Haushaltsjahr möglich.

5.4 Für Projekte nach 2.4 soll im Einzelfall die Projektförderung im Wege der Festbetragsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss erfolgen und einen Betrag von 1.000 EUR nicht übersteigen.

5.5 Projekte und Maßnahmen werden nur gefördert, wenn deren zuwendungsfähige Ausgaben einen Betrag von 500 EUR übersteigen.

6 Sonstige Bestimmungen

6.1 Nicht förderfähig sind

a) Projekte, die nicht über ein klares Konzept, konkrete Handlungsziele und eine Beschreibung adäquater Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele verfügen,

b) Projekte, die eine unspezifische Zielgruppe ansprechen und die Auswahl der Zielgruppe unter Bezug auf politische Rahmenbedingungen, lokale Ereignisse oder empirische Befunde nicht begründen können,

c) interkulturelle, musische, allgemein künstlerische Aktivitäten, Sportveranstaltungen sowie Informationsveranstaltungen, die keine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Förderzielen einbinden,

d) Maßnahmen, die im Rahmen gesetzlicher Ansprüche oder Aufgaben festgeschrieben sind,

e) Maßnahmen, deren Finanzierungsverantwortung gemäß § 80 SGB VIII im Rahmen der Jugendhilfeplanung bereits durch den öffentlichen Träger der Jugendhilfe festgelegt ist.

6.2 Nachfolgende inhaltliche und methodische Projektkriterien werden in die Bewertung des Antrages einbezogen:

Der Projektträger

a) kann über die konkreten Maßnahmen hinaus eine nachhaltige Wirkung der Projekte und Vorhaben begründen,

b) kann Erfahrungen im zu bearbeitenden Arbeitsfeld nachweisen oder nachvollziehbar darlegen, wie er das Arbeitsfeld erschließen will,

c) sieht nachvollziehbare Maßnahmen zur Selbstevaluation, Erfolgskontrolle und Qualitätsentwicklung vor und

d) beachtet bei der Konzeption seiner Maßnahmen die Aspekte des Gender-Mainstreaming.

6.3 Alle Zuwendungen aus dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit werden mit dem Namen des Zuwendungsempfängers, dem Namen der geförderten Maßnahme und der Höhe der Zuwendung durch den Freistaat Thüringen auf der Homepage und ggf. in Printmedien des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit veröffentlicht.

Die Weitergabe der gewährten Zuwendung an Dritte ist zweckgebunden für die unter Nr. 2 genannten Fördergegenstände möglich. Der Zuwendungsempfänger hat sicherzustellen, dass im Bewilligungsbescheid oder Weiterleitungsvertrag die Bedingungen und Auflagen der Bewilligungsbehörde einschließlich der Prüfrechte der Bewilligungsbehörde und des Rechnungshofes aufgenommen werden.

7 Antrags- und Bewilligungsverfahren

7.1 Für Maßnahmen nach Nr. 2.1 sind die Antragsformulare des Bundes zu verwenden. Sie sind in einfacher Ausfertigung mit den dazu gehörenden Unterlagen beim

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Abteilung 4
PF 90 04 63
99107 Erfurt

einzureichen.

Es gelten die Antragsfristen des Bundes. Vier Wochen vor Antragstellung sind die Berechnungen der Personalkosten dem TMBJS zur Bestätigung vorzulegen.

7.2 Für Maßnahmen nach Nr. 2.2 sind die Antragsformulare des Bundes zu verwenden. Es gelten die Antragsfristen des Bundes.

7.3 Die Anträge für Maßnahmen nach 2.3 sind formgebunden unter Verwendung des von der Bewilligungsbehörde vorgesehenen Formulars in einfacher Ausfertigung mit den dazugehörenden Unterlagen bis spätestens 1. Oktober des laufenden Jahres für das Folgejahr sowie bis 1. Mai des laufenden Jahres für die 2. Jahreshälfte ebenfalls unter o.g. Adresse einzureichen.

7.4 Anträge für Maßnahmen nach Nr. 2.4 sind spätestens 4 Wochen vor Beginn der Maßnahme ebenfalls unter o.g. Adresse einzureichen.

7.5 Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport stellt ein Antragsformular sowie ein Formular für den Kosten- und Finanzierungsplan bereit und ist berechtigt, weitere Unterlagen anzufordern.

7.6 Über die Verteilung der Fördermittel entscheidet das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Entscheidungen über die Förderung von Strukturprojekten und für Maßnahmen ab einem Förderbudget von 75.000 EUR trifft das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport nach Beratung im IMAK unter Einbeziehung der Empfehlungen des Programmbeirates.

7.7 Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport prüft den Fördermittelantrag, bewilligt die Zuwendung und zahlt sie aus.

7.8 Die Auszahlung der gewährten Zuwendung erfolgt gemäß den Regelungen der VV Nr. 7 zu § 44 Abs. 1 ThürLHO nach Anforderung durch den Zuwendungsempfänger.

8 Nachweis und Prüfung der Verwendung

8.1 Die Prüfung des Verwendungsnachweises obliegt dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport nach dem vorgegebenen Formblatt. Für Maßnahmen nach 2.1 und 2.2 dieser Richtlinie können abweichende Regelungen durch Verwaltungsvereinbarungen mit dem Bund getroffen werden.

8.2 Der Verwendungsnachweis im Sinne von Nr. 10 der VV zu § 44 ThürLHO (Regelverwendungsnachweis) ist nach dem vorgegebenen Formblatt bis zu dem im Zuwendungsbescheid festgelegten Termin beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport einzureichen.

8.3 Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, alle Anschaffungen zu inventarisieren, sofern sie 800 EUR Anschaffungswert überschreiten. Aktuelle Inventarlisten sind mit dem Verwendungsnachweis einzureichen.

8.4 Die Bewilligungsbehörde ist berechtigt, Bücher, Belege und sonstige Geschäftsunterlagen anzufordern und zu prüfen, sowie die ordnungsgemäße Verwendung der Zuwendung durch örtliche Erhebungen zu prüfen oder durch Beauftragte prüfen zu lassen (§ 44 Abs. 1 Satz 3 ThürLHO).

8.5 Die Prüfungsrechte des Rechnungshofes (§ 91 ThürLHO) bleiben hiervon unberührt.

9 Zu beachtende Vorschriften

Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die ggf. erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die VV zu § 44 ThürLHO, soweit nicht in diesen Förderrichtlinien Abweichungen zugelassen worden sind.

10 Schlussbestimmungen

10.1 Die Richtlinie ergeht im Einvernehmen mit dem für Finanzen zuständigen Ministerium und – soweit die Regelungen den Verwendungsnachweis betreffen – im Einvernehmen mit dem Rechnungshof.

10.2 Soweit die sachlichen Gegebenheiten dies erfordern, kann das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Einzelfall Abweichungen von Fristenregelung nach Nr. 7.1 und Nr. 7.3 dieser Richtlinie zulassen.

11 Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Diese Richtlinie tritt zum 1. Januar 2023 in Kraft und mit Ablauf des 31. Dezember 2025 außer Kraft. Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten tritt die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Umsetzung des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in der Fassung vom 11. April 2022 (Thüringer Staatsanzeiger Nr. 19/2022 S. 574–576) außer Kraft.

Schlagwörter: Demokratieförderung Bildungsförderung Investitionsförderung Toleranz Weltoffenheit

Quelle: Förderdatenbank des Bundes (BMWE), Lizenz CC BY 4.0, bearbeitet (Auszug/Struktur); Original: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Land/Thueringen/demokratie-toleranz-weltoffenheit.html. Änderungen gegenüber dem Original: Auswahl und Anordnung der Felder, Reduktion des HTML, Auflösung interner Verweise, Zeichenkorrektur bei Gedankenstrichen. Keine inhaltliche Umformulierung.

Angaben ohne Gewähr. Höhe und Bewilligung richten sich nach Richtlinie, Haushaltsmitteln und der Entscheidung der Bewilligungsstelle; Beträge und Sätze gelten „bis zu“. Dieses Portal steht in keiner Verbindung zum Fördergeber.

Förderhöhe laut Text

bis zu 90 % (Zuschuss), Spanne ab 30 %

„Die Höhe des Zuschusses beträgt … für Projekte und Maßnahmen, die der Umsetzung der Ziele des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit dienen, normalerweise bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und“
Feld
Kurzzusammenfassung
Prüfstatus
einzeln am Programmtext gegengelesen, bestätigt – 90 % für Projekte nach 2.3 (Hauptfall), lokale Partnerschaften nur bis 30 %.
Geprüft am
27.09.2026

Ohne Abzeichen „80–100 % Förderung“: Laut Quelle sind Unternehmen und Gründungen hier nicht antragsberechtigt.

bis zu 90 % (Darlehen)

„5.3 Projekte und Maßnahmen nach 2.3 werden als Projektförderung im Wege der Anteilfinanzierung mit max. bis zu 90 v.H. der anerkannten zuwendungsfähigen Ausgaben als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.“
Feld
Rechtsgrundlage/Richtlinientext
Prüfstatus
automatisch gelesen, ungeprüft
Gelesen am
20.10.2026 (Regel 2026-09-27.4)

Aus dem Programmtext gelesen; maßgeblich ist die Richtlinie. Beträge und Quoten gelten „bis zu“.

Steckbrief laut Quelle

Fördergeber
Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Ebene
Land (Thueringen)
Förderart
Zuschuss
Fördergebiet
Thüringen
Förderberechtigte
Kommune; Öffentliche Einrichtung; Verband / Vereinigung
Förderbereich
Kultur, Medien und Sport
Unternehmensalter
nicht relevant
GRW-Fördergebiet
keine GRW-Bindung
Kultur, Medien und Sport
Politische Bildung

Ohne Angabe im Steckbrief = von der Quelle nicht klassifiziert (im Check „ungeprüft“). Fristen, Budget und Antragsstatus liefert die Quelle nicht.

Ansprechstellen

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Werner-Seelenbinder-Straße 7
99096 Erfurt
Tel. 0361 573411284
Fax 0361 3794690
Referat42@tmbjs.thueringen.de
bildung.thueringen.de

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